In Münster wird scheinbar doch abgeschleppt!

Seit 2020 gibt es Vinci das Parkraumwunder in Münster – eine verschiebbare Holzplattform mit der Grundfläche eines Autos das einen Autostellplatzes zurück an die Menschen spendetund so auf den Flächenverbrauch durch den ruhenden Autoverkehr aufmerksam macht.

Das Münsteraner Parkraumwunder aus 98% upcycletem Holz mit der Grundfläche eines VW Polos (4 m x 1,9 m) wurde seit 2018 geplant und gebaut und liebevoll durch die Kinder des Kinderheims „St. Mauritz“ künstlerisch gestaltet. Es ist stabil genug für mehrere Erwachsene und bietet mit seiner Bank Aufenthaltsqualität für Fußgänger und deutlich mehr Übersicht als ein im öffentlichen Raum abgestelltes privates KFZ. Seine Maße sind zudem deutlich kleiner als fast alle heutigen Autos. Angelehnt ist die Aktion an das „kleine Parkraumwunder“ von Gerhard Wollnitz.

Vinci auf seinem Parkplatz in der Marientalstraße.

Die Taufe und Einweihung des Parkraumwunders erfolgte pünktlich zum ParkingDay am 18. September 2020 auf den Namen „Vinci“. Am gleichen Abend wurde Vinci per Hand in seine erste freie Parklücke in die Marientalstraße im Kreuzviertel (Münster) geschoben. Vinci wurde noch am selben Abend von interessierten AnwohnerInnen entdeckt und mit großer Zustimmung willkommen geheißen. Auch der damalige Spitzenkandidat der Grünen Partei für den Münsteraner Rat, Peter Todeskino, nahm in den folgenden Tagen Platz auf Vinci. Wo bisher nur Autos standen, konnten sich nun Anwohner ausruhen und den öffentlichen Raum wieder als Begegnungsstätte nutzen. Die Wand der Autos wurde durchbrochen.

12 Tage nachdem Vinci in der Marientalstraße abgestellt worden war, am Mittwoch dem 30. September, bekamen wir als IG Fahrradstadt Münster einen Anruf von Herrn Weihermann vom Ordnungsamt Münster. Dort wurde nachgefragt, wie lange Vinci, bzw. „das Ding“ denn noch an der Stelle stehen bleiben würde. Wir kündigten an, dass sicher der Ansprechpartner für Vinci innerhalb von ein paar Tagen zurückmelden würde, um die offenen Fragen bezüglich der Standdauer und der Begründung für das Aufstellen von Vinci zu beantworten. Die gängige Rechtsprechung für das Abstellen für Anhängern ohne zugehöriges Zugfahrzeug* und Autos sieht vor, dass diese alle 14 Tage bewegt werden müssen. Leider war Herr Weihermann am Donnerstag und am Freitag, als wir versuchten uns zurückzumelden, nicht mehr für uns erreichbar.

Am darauffolgenden Samstagvormittag mussten wir leider feststellen, dass Vinci nicht mehr an seinem Platz stand. Auch eine Nachsuche verlief erfolglos. Auf eine Nachfrage bei der Polizei, ob ihnen Abschleppvorgänge o.Ä. gegen Vinci bekannt war, konnte die Polizei keine Akte oder andere Hinweise ausfindig machen. Das Ordnungsamt in Münster konnten wir am Wochenende leider nicht erreichen. Aus diesem Grund ließen wir zunächst eine Anzeige gegen Unbekannt anfertigen, da wir von einem Diebstahl ausgehen mussten. Ob tatsächlich Privatleute sich die Mühe gemacht hatten, die verschiebbare Plattform zu verstecken, bezweifelten wir jedoch.

Am darauffolgenden Montag (5.10.20) konnten wir endlich das Ordnungsamt erreichen. Sogleich erfuhren wir, dass das Ordnungsamt tatsächlich Vincis Abschleppung veranlasst hatte. Eine Begründung dafür wurde uns allerdings nicht mitgeteilt. Insbesondere wurde uns nichts Schriftliches ausgehändigt. Mit der StVO würde man sich nicht auskennen und könnte aus diesem Grunde telefonisch keine Auskunft erteilen. Angeblich würde Vinci nicht als Fahrzeug anerkannt werden. Zumindest wussten wir nun, dass Vinci auf dem Hof des Abschleppunternehmen stand, wodurch bereits Kosten für Abschleppen und Lagerung in Höhe von 209,29 € entstanden waren. Sofort leiteten wir Vincis Rettung in die Wege und befreiten ihn am Mittwoch aus seiner misslichen Lage.

Leider entstanden uns durch Vincis Ausflug nicht unerhebliche Kosten. Ebenso sind wir kein Stück schlauer, warum das Ordnungsamt in diesem Fall eingeschritten ist und in so vielen anderen Fällen genau dies nicht tut, obwohl eine klare Gefahrenlage vorliegt. In Münster wird also scheinbar nur dann abgeschleppt, wenn Platz für Autos in Platz für Menschen umgewandelt wird. Schade!

Montagmorgens vor Vincis Winterquartier (B-Side) trotz abgesenktem Bordstein und Zufahrt.

*In einer früheren Version haben wir geschrieben, dass Anhänger und Autos bis zu 14 Tage im öffentlichen Raum abgestellt werden dürften, ohne bewegt zu werden. Nach aktueller Rechtsprechung gilt dies allerdings nur für Anhänger die ohne Zugfahrzeug abgestellt werden.

Mobilitätscheck zur Münsterwahl: So stehen die Parteien zur Verkehrswende

Im Rahmen der Kommunalwahl 2020 in Münster haben wir uns dazu entschieden, die Positionen der antretenden Parteien zu unterschiedlichen Thesen abzufragen. Das Ziel ist nicht, eine Wahlempfehlung abzugeben, die Auflistung soll euch aber die Möglichkeit geben, die Positionen der Parteien nachzuvollziehen.

Update (18.8.): Antworten der PARTEI Münster hinzugefügt.

Update (20.8.): Antworten von CDU und MSP hinzugefügt.

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Offener Brief an Bundesminister Scheuer: Zahlreiche Initiativen fordern umgehend Corona-sichere Rad- und Gehwege

Zusammen mit über 40 anderen Initiativen und Radentscheiden aus ganz Deutschland fordern auch wir als IG Fahrradstadt Münster #FaireStraßen in Zeiten von Corona. Hier die Pressemitteilung von Changing Cities und der offene Brief an unseren Bundesverkehrsminister:

Zahlreiche Radentscheide und Mobilitätsinitiativen aus ganz Deutschland fordern in offenen Briefen an Verkehrsminister Scheuer und die Verkehrsminister der Länder, unverzüglich pandemietaugliche Infrastruktur für den Fuß- und Radverkehr deutschlandweit zu ermöglichen. 

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Sicher durch Münster

Quelle: https://www.sicher-durch-muenster.de/

Ein Text von Martin Becker

Es sind spezielle Zeiten, in denen in unserer Gesellschaft mehr Rücksicht gefordert ist, denn je. Solidarität spiegelt sich hierbei auch im Umgang mit dem öffentlichen Raum wider.

Seit nunmehr zwei Wochen hat das Virus SARS-CoV-2 die Stadt, das Land, die Welt fest in seinem Griff. Im Kampf gegen das Virus hat sich als entscheidend herausgestellt, die Verbreitung zu verlangsamen bzw. zu verschleppen, um den Betroffenen die bestmögliche medizinische Versorgung zukommen  lassen zu können.

Für das Leben in der Stadt bedeutet dies, dass wir uns überwiegend zu Hause aufhalten, und wenn wir uns in der Öffentlichkeit bewegen, einen Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 bis 2 Meter zu unseren Mitmenschen halten sollten. Dies jedoch stellt in einer Stadt, in der das Auto auch in Ausnahmesituationen wie jetzt den öffentlichen Raum dominiert, ein nicht geringes Problem dar.

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Wem gehört die Straße? – Zu Gast im Bürgerfunk

Unfair verteilter Verkehrsraum

Im März waren wir schon beim Bürgerfunk in der Sendung Easy Listening zu Gast und haben über die Fahrradstadt Münster gesprochen. (Die Sendung könnt ihr hier nochmal nachhören.)

Jetzt war Simon nochmal im Studio und hat sich mit Ralf Clausen darüber unterhalten, wem eigentlich die Straße gehört. Wie sieht eigentlich Flächengerechtigkeit aus, was haben Straßen mit dem Mikroklima in der Stadt zu tun und was ist eigentlich der PARKing Day Münster!

Die Sendung gibt’s heute Abend (05.09.) ab 20:04 Uhr auf ANTENNE MÜNSTER im Radio oder auf Abruf in der Mediathek von NRWision.

Hört mal rein!

Verkehr in Münster beobachten mit @VerkehrswatchMS

“Man kann ja nirgendwo mehr parken!” – So, oder so ähnlich, hört und liest man es von vielen Autofahrenden. Aber stimmt das wirklich? Wir wollten es genauer wissen und haben dafür mal die Parkplatzzahlen und die Auslastung über ein paar Monate erfasst. Außerdem haben wir einen Twitter-Bot eingerichtet, der diese Zahlen in regelmäßigen Abständen im Internet postet. Willkommen bei @VerkehrswatchMS!

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PARK(ing) Day Münster 2018

Der erste PARK(ing) Day in Münster im letzten Jahr war schon schön. Der PARK(ing) Day in diesem Jahr war noch schöner!

Wie in vielen anderen Städten, überall auf der Welt, fanden sich auch bei uns in Münster am dritten Freitag im September viele Menschen zusammen, um zu zeigen, wie Stadtraum besser genutzt werden kann, als 23 Std/Tag Autos darauf abzustellen.

In 2018 waren dabei noch mehr Initiativen und Vereine mit von der Partie und haben Parkplätze zu Lebensraum umgestaltet: Parks, Wohnzimmer, Diskussionsrunden, Theaterbühnen, Spielflächen, Straßencafés, alles war dabei! „PARK(ing) Day Münster 2018“ weiterlesen

Pressemitteilung: #Freie Wege – bundesweite Falschparker Aktionswoche

#Freie Wege – bundesweite Falschparker Aktionswoche

Der SUV auf dem Bürgersteig, der Paketbote auf dem Rettungsweg, der Lieferdienst im Kreuzungsbe­reich, ein „nur mal kurz zum Bäcker“-Parker auf dem Radweg. Ein Bild, dass viel zu häufig den Alltag in unserer Stadt bestimmt. Zugeparkte Geh- und Radwege sind für viele Menschen nicht nur ein Ärgernis, sondern auch eine ernstzunehmende Gefahr.

„Radfahrende müssen dadurch plötzlich auf die Fahrbahn ausweichen und es erhöht sich die Gefahr von sich öffnenden Autotüren getroffen zu werden, wenn diese über den Radweg ragen“, sagt Martin Becker von der Interessengemeinschaft Fahrradstadt Münster. „Auf den Gehwegen betrifft es vor allem Men­schen mit Handicap, mit Rollator und Rollstuhl, sowie Eltern mit Kinderwagen.“

Besonders gravierend ist die Situation in Stadtteilen wie dem Kreuz- oder Erphoviertel, wo vor allem auch Kreuzungsbereiche zugeparkt werden. Diese behindern Rettungskräfte bei einem Einsatz und Kinder auf dem Weg zur Schule, weil keine Sichtbeziehung zur Fahrbahn mehr gegeben ist.

Hier wird das Bedürfnis von Einzelnen zum Problem und zur Gefahr von Vielen. Da diese Problematik nicht nur Münster, sondern viele Städte betrifft, findet vom 28.5. bis 03.06. eine bundesweite Falsch­parker Aktionswoche statt. Diese Aktion möchte auf die Probleme hinweisen und für die Gefahren sensibilisieren. Neben Berlin, Hamburg, Köln und Frankfurt wird es auch in Münster Aktionen rund um das Thema geben.

Die Interessengemeinschaft Fahrradstadt Münster bietet in verschiedenen, besonders betroffenen, Vierteln begleitete Quartiersspaziergänge an. Es sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger herz­lich eingeladen, sich zu beteiligen. Es sollen hierbei die rechtlichen Rahmenbedingungen verständlich erklärt und die Gefahren aufgezeigt, sowie mögliche Lösungsansätze diskutiert werden.

Termine:
Erphoviertel (Treffpunkt: Staufenplatz):
28.05. um 19 Uhr
30.05. um 19 Uhr

Kreuzviertel (Treffpunkt: Eingang Kreuzkirche):
01.06. um 19 Uhr

Südviertel: (Treffpunkt: Eingang St. Joseph Kirche)
29.05. um 19 Uhr

Weitere Spaziergänge des ADFC:

Geistviertel (Treffpunkt: Eingang Geistkirche):
28.05. um 18 Uhr

Kreuzviertel (Treffpunkt: Fahrradladen Radsportfreund, Wermelingstraße 19):
29.05. um 19 Uhr

Aktuelle Infos dazu gibt es jederzeit auf unseren Social Media Kanälen.

Link zu weiteren Infos bei uns im Blog.

Pressemitteilung als .pdf zum Download.

Rückfragen werden schnellstmöglich von einem Verteiler beantwortet. Eine kurze Mail an presse@fahrradstadt.ms genügt.

Falschparker Aktionswoche mit Wegeheld

Wir berichten auf diesen Seiten nicht zum ersten Mal über Falschparker. Unsere letzten Beiträge zur Problematik des Geh- und Radwegparkens in Münster könnt ihr hier und hier nochmal nachlesen.

Leider teilen wir diese Problematik mit vielen anderen Städten in ganz Deutschland. Überall werden Kreuzungen und Rettungswege blockiert, Rad- und Gehwege zugestellt, Zebrastreifen vollgeparkt und Sichtbeziehungen behindert. All das durch falschparkende Autos, die häufig “nur mal kurz” da stehen oder “in 5 min ja schon wieder weg” sind. Wie oft müssen wir uns ein “aber da passt du doch noch durch” im Alltag anhören? Gerade in Wohnvierteln stehen viele Fahrzeuge aber gerne auch stunden-, wenn nicht sogar tagelang, illegal abgestellt rum. „Falschparker Aktionswoche mit Wegeheld“ weiterlesen