Nachbericht – Gendergerechte Mobilität: Münster für Alle? Ein Nachmittag voller neuer Perspektiven

Ein Foto der Podiumsdiskussion „Verkehrswende jetzt!“ in einem modernen, industriell gestalteten Raum in der B-Side, Münster. Gezeigt ist eine Reihe von sieben Expert*innen, die auf Stühlen auf einer kleinen Bühne sitzen. Von links nach rechts: Die Moderatorin Julia Hansel (FUSS e.V. Ortsverband Münster) mit einem Mikrofon und Notizen; Ronja Runge (vielfach inklusiv); Eli Doudis (vielfach inklusiv) mit einem Mikrofon und Blickkontakt zum Publikum; Hasnaa Almawlawi (Move and Meet e.V.); Laura Verweyen (Move and Meet e.V.); Prof. Dr. Antonia Graf (Uni Münster) und Katja Siepmann (ADFC). Im Hintergrund eine große, unbeschriebene Projektionswand, links ein Mischpult und zwei Banner (ein weißes und ein rotes), die den Slogan „VERKEHRSWENDE JETZT!“ tragen. Im Vordergrund sind unbesetzte Stühle und ein Sitzsack zu sehen, sowie Teile des sitzenden Publikums am rechten Bildrand. Das Ambiente ist geprägt von Beton, Ziegelwänden und Holzboden.

Im April haben wir in der B-Side die „Verkehrsplanungs-Brille“ gewechselt. Es war eine rundum gelungene Veranstaltung mit geballter Expertise auf dem Podium und einem Publikum, das bereit war, über den Tellerrand der klassischen Verkehrsplanung hinauszuschauen – und besser spät als nie wollen wir zurückblicken.

Mehr als nur Asphalt und Ampeln

Was als Diskussion über die Verkehrswende begann, weitete sich schnell zu einer tiefgreifenden gesellschaftlichen Debatte aus. Wir haben gelernt: Mobilität ist eine Frage der Gerechtigkeit.

  • Barrierefreiheit ist kein „Extra“: Eli Doudis und Ronja Runge (vielfach inklusiv) haben verdeutlicht, dass Barrierefreiheit schon bei der Information beginnt. Wie zugänglich ist das Ratsinformationssystem wirklich?
  • Fehlende Rücksicht im Alltag: Ein brennendes Thema war die Situation in Bus und Bahn. Warum bleiben Menschen auf Klappsitzen sitzen, wenn jemand mit Rollstuhl zusteigt? Warum wird im Zug oft so wenig Rücksicht auf die Platzbedarfe anderer genommen? Hier zeigt sich, dass Technik allein keine Inklusion schafft – es braucht ein Umdenken im Miteinander.
  • Neue Wege auf zwei Rädern: Laura Verweyen und Hasnaa Almawlawi (Move and Meet e.V.) berichteten eindrücklich von den Hürden für Frauen mit Fluchterfahrung. Für viele ist das Fahrrad ein neues Fortbewegungsmittel. Es geht nicht nur darum, Verkehrsregeln zu lernen, sondern im Erwachsenenalter erst einmal das Gleichgewicht und das Vertrauen in das Fahrzeug zu finden.
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Münster 2026 – 2115: Ein Neugeborenes und zwei Zukünfte

Ein Foto aus der Ausstellung Münster 2026-2115. Zu sehen sind mehrere Ausstellungsplakate in einem Tunnel mit nackten Betonwänden und -decken sowie Bodenfliesen. Die Stimmung ist kalt. Darüber der Schriftzug "Münster 2026-2115"

Am 18. September 2026 erblickte in Münster ein kleines Leben die Welt. Wie wird unsere Stadt im Laufe des Lebens dieses Kindes aussehen?

Genau diese Frage haben wir mit unserer Ausstellung „Münster 2026–2115“ beim diesjährigen PARK(ing) DAY gestellt. Wir haben zwei radikal unterschiedliche Zukünfte skizziert und den Besucher*innen als Geschichten erzählt. Dabei haben wir gängige Prognosen und Fakten zu Klima und Mobilität berücksichtigt. Es gab sogar drei Führungen, die ebenfalls gut besucht waren.

Das Feedback der vielen Besucher*innen im ehemaligen Fußgänger*innentunnel unter dem Schlossplatz zu unserer Ausstellung hat uns umgehauen. Zitate wie „Das war bewegend“, „Ich hatte richtig Herzklopfen“ oder schlicht „Das war sehr, sehr schön“ zeigen uns, wie tief das Thema berührt. Die Gespräche waren intensiv, hoffnungsvoll und haben gezeigt: Euch ist wichtig, wie Zukunft gemacht wird.

Hol dir das Arbeitsblatt für Zuhause! Der Ansturm auf unser Begleit-Arbeitsblatt war so groß, dass uns glatt die Drucke ausgingen – mehr Leute haben es mitgenommen, als wir gedruckt hatten! Damit niemand leer ausgeht, steht das Arbeitsblatt ab sofort als PDF auf unserer Website zum Download bereit.

Vielen Dank auch an den Autor und Aktionskünstler Andi „Substanz“ Lating, der Spoken Word auf Beat vom Tapedeck performt hat.

In der Ausstellung haben wir auch auf ein Video verwiesen. Da einige von euch gefragt haben, könnt ihr es euch hier ansehen:

Wie geht es weiter? Aufgrund der großartigen Resonanz prüfen wir aktuell, die Ausstellung demnächst an einem weiteren Ort in Münster zu zeigen. Ihr habt eine Idee für eine passende Location? Schreibt uns!

PARK(ing) DAY statt Blechlawine am Schlossplatz

Ein sonniger Tag in Münster. Menschen entspannen sich auf Teppichen, die auf der für den PARK(ing) Day 2025 umgestalteten Geiststraße ausgelegt sind. Im Hintergrund ist die gesperrte Fahrbahn mit Bäumen und einem leeren Plakat zu sehen.

Am Freitag, den 18. September, findet am Schlossplatz zwischen Überwasserstraße und Universitätsstraße der diesjährige PARK(ing) DAY statt. Der globale Aktionstag soll zeigen, welches Potenzial darin steckt, bislang von Autos dominierte öffentliche Flächen anders zu nutzen.

PARK(ing) DAY: vielfältiger Einsatz für eine gerechtere Gesellschaft

In Münster kommen dazu nun im achten Jahr in Folge etwa 60 Initiativen zusammen und verwandeln eine laute Straße für einen Tag in einen lebendigen Begegnungsort. „Münster hat eine starke Zivilgesellschaft, die sich in vielfältigen Bereichen ehrenamtlich für eine gerechtere Gesellschaft einsetzt: Antifaschismus, Klimagerechtigkeit, migrantische Selbstorganisation, queere Rechte, Inklusion, Naturschutz, Verkehrswende, Tierbefreiung, bezahlbares und gemeinschaftliches Wohnen und vieles mehr. Beim PARK(ing) DAY kommen alle zusammen“, sagt Eva Kintrup aus dem Organisationsteam des PARK(ing) DAY.

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„Klimameile“ beim NRW-Tag mit Autowerbung

Blick über die gut besuchte „Klima- und Mobilitätsmeile“ beim NRW-Tag in Münster mit weißen Veranstaltungszelten, Bäumen und Menschen im Gespräch, im Vordergrund Personen mit pinken Warnwesten.

Für den NRW-Tag hatte sich die Stadt Münster herausgeputzt. Wir waren auf der Klima- und Mobilitätsmeile zu Gast und hatten viel Freude und auch einiges an Ärger.

Uns ging es vor allem darum, Menschen für unsere Themen zu sensibilisieren. Wir hatten unseren ausführlichen Artikel darüber, dass die Mobilitätswende möglich ist, zuvor aktualisiert und haben dementsprechend mit großem Banner genau dafür geworben. Am wichtigsten für uns war es, mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen, ob über all die Vorteile, die Fahrräder haben, oder über unser Dosenwerfen „Befreie den Radweg/Gehweg“. Natürlich haben wir auch um Unterstützung für das Bürgerbegehren „Kreisel statt Ampel“ sowie für unsere Kampagne „Verkehrswende jetzt!“ geworben.

Für Irritationen nicht nur bei uns, sondern auch bei vielen Besucherinnen und Besuchern, sorgte, dass mitten auf der Klimameile ein Autohaus Werbung machen durfte. Zwar handelte es sich ausschließlich um E-Autos, aber auf einer Klimameile hätte dieser Stand unseres Erachtens nichts zu suchen gehabt:

  • Unter den ausgestellten Fahrzeugen war kein einziger Kleinwagen
  • Das Autohaus selbst verkauft und bewirbt auf der eigenen Website Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren
  • Grundsätzlich ist das Kaufen von Autos klimaschädlicher als die geteilte Nutzung – und die Nutzung größerer Autos klimaschädlicher als die von kleineren
  • Das Verteilen von Wegwerf-Werbeartikeln per Glücksrad symbolisiert Verhaltensweisen, die überwunden und nicht befördert werden müssen
  • Ausgerechnet Grünflächen, eine Bushaltestelle und Radwege wurden innerhalb der „Klimameile“ mit den ausgestellten Fahrzeugen beparkt

Mehr als eine kritische Kommentierung blieb uns da nicht. Die Frage ist aber dennoch, wie ernst es eigentlich die Stadt Münster mit dem Klimaschutz meint, wenn sie ausgerechnet ein Geschäftsmodell, was für die größte Krise der Menschheit massiv mitverantwortlich ist, normalisiert. Der öffentliche Raum braucht weniger Autowerbung, nicht mehr.

Eine vollständige Umstellung der heutigen fossilen Übermotorisierung auf E-Übermotorisierung ist nicht klimagerecht möglich, ganz davon abgesehen, dass die Antriebstechnologie nicht das einzige Problem von Autos ist. Bestätigt wurde unsere Kritik zu E-Autos auch kurz nach dem NRW-Tag wieder durch eine Studie der TU München: E-Autos haben im Schnitt nur 41% geringere Emissionen als Verbrenner. Ohne eine massive Reduktion der Fahrzeugflotte verbunden mit einer Abrüstung in Größe und Gewicht der Fahrzeuge verbrennen wir unsere Zukunft.

Mahnwache an der Promenade: Ein deutliches Zeichen für die Verkehrswende 2026

Eine Mahnwache der Initiative „Fahrradstadt.ms“ auf einem sonnigen, gepflasterten Platz in Münster. Im Vordergrund sitzt ein Aktivist mit rosa Warnweste und Mikrofon in einem Liegestuhl unter einem blau-pinken Sonnenschirm des „Straßenbefreiungsamts“. Daneben steht eine weiße Beachflag mit der Aufschrift „VERKEHRSWENDE JETZT!“. Im Hintergrund sind Passanten, Fahrräder und kahle Bäume vor städtischen Wohngebäuden zu sehen.

Heute wurde es laut an der Kreuzung Promenade / Windthorststraße – aber auf die friedliche, entschlossene Art. Mit unserer Mahnwache haben wir ein klares Signal an die Stadtpolitik gesendet: Die Zeit der huckeligen Kompromisse ist vorbei. Wir fordern ein Münster, das nach einem menschlichen Maß gestaltet ist, statt nach maximaler Beschleunigung.

Es geht uns nicht um abstrakte Theorie, sondern um den Stress, den viele von uns täglich auf Münsters Straßen erleben. Wir wollen Sicherheit für die Schwächsten und endlich Platz für echte Mobilität.

Das sind unsere Forderungen für Münster 2026: Mehr Sicherheit und Flächengerechtigkeit, bessere Infrastruktur, konsequente Verkehrsberuhigung, verbesserte städtische Strukturen für das Fahrrad und Fahrradkultur stärken.

Was jetzt passieren muss: Wir bleiben dran. Die Mahnwache war der Auftakt, um zu zeigen, dass wir die „Fahrradstadt“-Plaketten allein nicht mehr gelten lassen. Wir brauchen Taten, keine Lippenbekenntnisse.

👉 Bitte unterstütze unsere Kampagne mit deiner Stimme!

Wo ist Münsters schlimmste Fahrradinfrastruktur? Wir starten die Aktion #leezenschanne

Bis zum 1. Mai 2022 suchen wir Fotos, die es in einer Fahrradstadt nicht geben sollte. Dafür sind wir auf eure Mitwirkung angewiesen: Wo wird der Radverkehr nicht sicher geführt? Wo ist der Untergrund nicht komfortabel? Wo sind angenehme Reisegeschwindigkeiten nicht möglich, weil man immer wieder anhalten muss oder sonst nicht sicher fährt?

So kannst du mitmachen:

  • Fotografiere einen Ort, den es in einer Fahrradstadt deiner Ansicht nach nicht geben sollte
  • Warum ist das schlecht? Schreibe einen kurzen Satz dazu, weshalb das für dich nicht in eine Fahrradstadt gehört.
  • Schreib‘ unbedingt auch dazu, wo genau das Foto gemacht wurde.
  • Veröffentliche deinen Beitrag bei Twitter mit dem Hashtag #leezenschanne oder sende uns eine E-Mail an leezenschanne at fahrradstadt.ms (Falls du uns eine Mail schreibst, gib‘ doch bitte mit an, unter welchem Namen wir die Einreichung veröffentlichen dürften).
  • Einsendeschluss ist der 1. Mai 2022 23:59 Uhr

Wie geht es dann weiter?

Wir sichten die Einsendungen und wählen in einer Jury Einsendungen aus, die besonders hervorstechen, repräsentativ für flächendeckende Mängel sind oder einfach nur noch peinlich für eine sogenannte Fahrradstadt sind. Dabei berücksichtigen wir auch, dass wir als Gruppe nicht repräsentativ für die Gesellschaft sind und versuchen so gut das für uns möglich ist, die Perspektiven ansonsten unterrepräsentierter Menschen hervorzuheben.

Ein paar Tipps für gute schlechte Bilder

  • Die Handynutzung während des Radfahrens ist verboten und das ist auch gut so. Halte also bitte an, wenn du ein Bild machst.
  • Nimm‘ dir ein wenig Zeit, bis zum Beispiel jemand die Stelle befährt, um die es dir geht.
  • Geh‘ ruhig in die Hocke bzw. Froschperspektive – mancher Schaden der Oberfläche, den kein Ei in der Fahrradtasche überlebt, ist sonst nur schwer zu erkennen.
  • Gefährde bitte weder dich noch andere.
  • Hab‘ Spaß bei deinem Foto!
  • Ältere Bilder sind erlaubt, wenn die Situation weiterhin vor Ort so ist oder einfach typisch für Münster.

Gegen jede Abwrackprämie und den Ausbau der B51

Wir dokumentieren hier die Rede, die Konstantin heute für uns aus diesem Anlass gehalten hat:

Liebe Menschen hier auf dem Stubengassenplatz. Ich bin Konstantin von der Interessengemeinschaft Fahrradstadt Münster. Wir setzen uns in Münster seit mehreren Jahren dafür ein, dass Münster die Transformation von einer Autostadt zu einer Fahrradstadt endlich mal angeht.
Aktuell wird darüber diskutiert, die rückschrittliche deutsche Automobilindustrie durch eine wieder Auflage der Abwrackprämie noch ein paar weitere Jahre am Leben zu erhalten. Eine Industrie, die sich nicht mal auf die Illusion eines zukunftsfähigen Geschäftsmodells in Form von E-Antrieben einlassen kann, soll weiter gefördert werden? Wir lehnen das ab. Eine Wirtschaftsförderung muss enkeltauglich sein. Ein Beharren auf alten Technologien und Vorstellungen, kann nicht die Lösung für die aktuellen und zukünftigen Probleme sein.
Für uns als Interessengemeinschaft Fahrradstadt Münster, sind aber die lokalen Vorgänge besonders interessant.
Insbesondere in der aktuelle Corona Krise, in der das Halten von ausreichend Abstand richtig und wichtig ist, wird den krisenfestesten und nachhaltigsten Bewegungsformen, diese Möglichkeit verwehrt. Weder auf den Radwegen noch auf den Fußwegen, wird den Menschen der notwendige Platz gelassen, um Abstand zu halten. Die Stadt hat leider die Chancen vertan. Wünschenswert wäre es gewesen, das Auto insbesondere in den Zeiten der Krise, aus Straßenzügen auszusperren, um den Menschen den Platz zurückzugeben, den sie brauchen, um ausreichenden Abstand zu halten.
Der Verkehrspolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion in Münster, Walter von Göwels, kritisiert in der WN aktuell die Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht auf der Wolbecker Straße. Es dürfe laut seiner Aussage bei den Veränderungen nichts „Wuchern, was zusammenwachsen muss“. Er fordert ein schlüssiges Gesamtkonzept.
Im Jahr 2016 hat der Rat dem Radverkehrskonzept 2025 zugestimmt. Es existiert also ein Gesamtkonzept. Leider wird dieses Konzept nur viel zu zaghaft und viel zu langsam umgesetzt. Die Mehrheitsverhältnisse im Rat sind mit dafür verantwortlich, dass die prekären Situationen an der Wolbecker Straße bestehen. Situationen, auf denen über die Hälfte der Breite der Straße, nur für die Fahrbahn für Autos genutzt wird. Auf die andere Hälfte müssen sich dann FußgängerInnen, Radfahrende und Bushaltestellen quetschen. Zusätzlich soll sich Person dann noch nicht so haben, wenn sie einen Menschen, der mit dem Auto den Radweg blockiert darauf hinweist. Die Freigabe der Fahrbahn für Fahrräder ist nur ein logischer Schritt, wenn das Konzept ernst genommen wird. Die Schritte müssen nun viel weiter gehen. Es muss heißen, weniger Autos auf den Straßen, ob parkend oder fahrend. Es muss heißen, asphaltierte und breite Radwege, die keine Radwegbenutzungspflicht brauchen. Denn Radwege, auf denen das Rad-Fahren komfortabel, sicher und zügig möglich ist, brauchen keine Benutzungspflicht. Nur wer Radfahrende Menschen auf ihre in Münster offensichtlich unterprivilegierte Stellung verweisen will, missbraucht dieses Mittel, so wie die Stadt Münster.
Wir fordern aus diesem Grund, dass das existierende Konzept angewendet wird. Das Konzept muss mit Leben gefüllt werden und wo nötig, verbessert werden. Wir wollen nicht wissen ob, sondern wie die Parteien im Rat gedenken, die Autofreie Innenstadt zu verwirklichen. Die Verantwortung für ein Vorankommen in Sachen nachhaltige Verkehrsinfrastruktur darf nicht von der Verwaltung an den Rat und zurückgegeben werden. Es ist notwendig, dass der Rat der Stadt Münster endlich mal mutig voranschreitet und die Verwaltung dazu bringt, dass das Gesamtkonzept realisiert wird. Für diese Umsetzung sind solche Einzel-Maßnahmen natürlich unersetzlich. Sie sind der einzige Weg, die Autos aus der Stadt zu verdrängen.
Wir fordern:
–         Die Umsetzung des Radverkehrskonzeptes 2025 und einen konsequenten Kurs für ein nachhaltiges Mobilitätskonzept in Münster. Wenn der Rat es ernst meint mit dem Masterplan 100% Klimaschutz, darf der Rad- und Fußverkehr nicht als Beiwerk betrachtet werden, sondern in den Mittelpunkt eines jeden Infrastrukturprojektes in der Stadt gestellt werden.
–         Wir fordern eine Verkehrspolitik, die dafür sorgt, dass mehr Menschen auf das Fahrrad steigen. Wer Autoinfrastruktur sät, wird Stau ernten. Wer gute Fahrradinfrastruktur baut, sorgt dafür, dass mehr Menschen mit dem Rad fahren. Die Verbreiterung der B51 sorgt mitnichten dafür, dass dort kein Stau mehr entstehen wird. Sie wird vielmehr dafür sorgen, dass noch mehr Menschen vom Fahrrad auf das Auto umsteigen.
–         Wir fordern eine konsequente Umverteilung des Straßenraums. So dass alle VerkehrsteilnehmerInnen sicher, zügig und komfortabel von A nach B kommen.
–         Wir hoffen auf die Mehrheitsverhältnisse im Rat, die diese Maßnahmen ermöglichen und fordern alle anwesenden Parteien dazu auf, diesen Weg zu unterstützen.
Insofern wünsche ich mir, dass wir alle die neue und Zukunftsweisende Situation auf der Wolbecker Straße nutzen. Lasst den Menschen ohne Fahrrad ihren Raum auf dem Fuß und Radweg und fahrt mit eurem Fahrrad auf der Fahrbahn. Zeigen wir, dass wir als Radfahrende nicht den Verkehr behindern. Wir sind der Verkehr!

Umwege nach Telgte

Am kommenden Mittwoch, 27.11.2019, findet in Telgte ein Vortrag von Prof. Andreas Knie statt. Die Bürgerinitiative B51 Telgte e. V. hat die Veranstaltung organisiert.

Wir nutzen dies zum Anlass, um vor der Veranstaltung zu einer gemeinsamen Anreise einzuladen. Auf dem Hinweg werden wir die geplante Veloroute den geplanten Umweg auf der Routenführung zwischen Münster und Telgte befahren, auf dem Rückweg nach der Veranstaltung fahren wir entlang der B51, gegen deren vierspurigen Ausbau sich die Bürgerinitiative richtet. Zwischendurch wollen wir auf einzelne Planungsfehler und aktuelle Mängel eingehen.

Treffpunkt für die gemeinsame Anreise ist am 27.11.2019 um 18:30 Uhr die Kreuzung Promenade / Hörster Straße. Während der Fahrt könnt ihr uns auf Critical Maps verfolgen und gerne unterwegs dazu stoßen. Die Tour ist für jeden Fitnessgrad geeignet (16km Hinweg, 13km Rückweg). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

#MSCamp19 – vom Reden zum Machen!

An den vergangenen beiden Tagen fand zum dritten mal das Münster Camp im Kreativhaus statt. Die „Un-Konferenz“ stand in diesem Jahr unter dem Motto „In welchem Münster möchtest du leben?“

Ein Aspekt, der in verschiedensten Zusammenhängen zu dieser Frage immer wieder thematisiert wurde, ist die Sache mit der Mobilität in unserer Stadt. Neben der Session von Simon war der Verkehr in Münster auch in anderen Sessions und Gesprächen am Rand immer wieder Thema und sorgte häufig für Empörung.

JedeR Einzelne macht seine eigenen Erfahrungen, was alles nicht richtig funktioniert und regt sich darüber auf. Gleichzeitig sagen aber auch viele, zu Recht, keine Zeit, Nerven oder Möglichkeiten zu haben, sich selbst dafür einzusetzen, etwas zu verbessern. Deshalb jetzt einfach mal an dieser Stelle: Werbung in eigener Sache!

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Rückblick: #nennmichnichtFahrradstadt – ein rollender Vortrag

Am 20. Oktober haben wir, zusammen mit der Initiative für Nachhaltigkeit und Ethik eine geführte Radtour durch Münster gemacht. Unter dem Motto des rollenden Vortrags #nennmichnichtFahrradstadt haben wir die Probleme und Chancen von nachhaltiger Mobilität, vor allem natürlich mit dem Rad, erlebbar gemacht. Hier folgt ein Rückblick:

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