Neue Stellplätze am Hauptbahnhof: Fahrräder ins Parkhaus!

Die Debatte um Abstellanlagen für Fahrräder in Münster am Hauptbahnhof besteht seit Jahrzehnten. Mindestens genauso lange scheint es keine adäquaten Lösungen für die Probleme zu geben. Es wird lediglich immer mal wieder an Symptomen geschraubt und sich anschließend gewundert, warum sich nichts ändert (wir berichteten hier und hier).

Nun sind die Stellplätze an der Bahnhofs-Ostseite seit gut 3 Monaten abgerissen und natürlich hat sich das Fahrradparkproblem nicht in Luft aufgelöst, sondern lediglich verlagert: Auf die Bürgersteige rund um das Parkhaus Bremer Platz.

Zugeparkter Gehweg am Parkhaus Bremer Platz. (Bild vom Januar 2018, inzwischen hat sich die Situation auch auf der gegenüberliegenden Seite nochmals massiv verschärft.)

Aktuell hat auch die Lokalpresse die Eskalation der Situation (mal wieder) erkannt und berichtet über die unzumutbare Situation. Um das klar zu stellen: Auch wir verurteilen das rücksichtslose Abstellen von Rädern auf Gehwegen überall da, wo es zu Fuß Gehende und vor allem Menschen mit Handicap behindert. Dennoch müssen Fahrräder, vor allem am Hauptbahnhof der „Fahrradstadt“ Münster, irgendwo abgestellt werden. Und damit ist die aktuelle Situation auch nur ein weiterer Beweis für die mangelnde (Neu-) Planung im gesamten Bahnhofsumfeld.

Doch wie könnte es besser gehen?

Mit den Parkhäusern an der kleinen Bahnhofsstraße und am Bremer Platz gibt es viel Fläche in erreichbarer Nähe zum Bahnhof. Diese ist bewacht, überdacht und leicht zugänglich. Wieso also nicht unkompliziert Flächen in diesen Parkhäusern schaffen, um mehr Stellplätze für Radfahrende zur Verfügung zu stellen?

So könnte eine Umgestaltung von Kfz- zu Radstellplätzen aussehen.

Auf der Fläche von einem Kfz-Stellplatz können mit den sogenannten Kreuzberger Bügeln bis zu 20 Fahrräder sicher abgestellt werden. Denkbar ist auch, zusätzlich weitere der bisher eingesetzten Doppelstock-Ständer dort unterzubringen. Der Vorteil von Bügeln ist jedoch, dass dort jede Art von Fahrrad, auch solche die nicht in die Doppelstöcker passen (z. B. Lastenräder), sicher angeschlossen werden kann.

Können vorhandene Freiflächen nicht auch besser genutzt werden?

Es kann also, mit einer cleveren Kombination aus Bügeln und Doppelstöckern, in den ebenerdigen Etagen der Parkhäuser, durch die Umwidmung von einigen wenigen Kfz-Stellplätzen, Platz für hunderte Fahrräder geschaffen werden. Angesichts der sich, durch die komplette Schließung der Ostseite, in Zukunft noch weiter verschärfenden Situation auch rund um den Haupteingang, die Radstation und die kleine Bahnhoffsstraße, fordern wir die Schaffung neuer Fahrradstellplätze in den bahnhofsnahen Parkhäusern. Hier kann verhältnismäßig unkompliziert und kostengünstig eine sichere, komfortable und leicht zugängliche Möglichkeit geschaffen werden, das JedeR jedes Rad in Bahnhofshähe abstellen kann.

P.S.: Unsere Nachbarn in Utrecht, die in Puncto Einwohnerzahl und Radverkehrsanteil vergleichbar mit Münster sind, machen das übrigens so: Eine vollautomatische, befahrbare Radstation für bald 16.500 Fahrräder aller Art, die 24/7 zugänglich und die ersten 24 Std kostenlos ist.

UPDATE 04.05.:
Martin hat sich für uns mit Radio Q über die Stellplatzsituation am Bahnhof unterhalten. Hier gibts das Interview:

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