6 Tipps für Fahrrad-Erstis

Neu in der sogenannten Fahrradhauptstadt Münster? Herzlich Willkommen! In Deutschlands Stadt mit dem höchsten Radverkehrsanteil kommt man mit dem Rad am schnellsten von A nach B, besonders wenn Du unsere Tipps für Fahrrad-Erstis befolgst.

1. Licht, Bremsen, Luft – das reicht

Sieh’ zu, dass dein Rad funktioniert! Ein einfaches batteriebetriebenes Front- und Rücklicht gibt es in einem der unzähligen Fahrradläden für knapp 20€ – so viel nimmt Team Blau auch, wenn sie dich ohne Beleuchtung erwischen. Und in Münster wird dies im Gegensatz zu vielen anderen Städten auch hart kontrolliert. Um solche unangenehmen Begegnungen zu vermeiden: nimm Licht mit. Das muss übrigens nur bei Dunkelheit montiert werden. Solange du keine Todessehnsucht hast, sind funktionstüchtige Bremsen das wichtigste Teil an deinem Rad. Gerade als Neuling auf Münsters viel befahrenen Straßen und Radwegen kommt es manches Mal zu brenzlichen Situationen. Deshalb sorg’ in deinem eigenen Interesse dafür, dass du jederzeit sicher und schnell zum stehen kommen kannst.

Wenn man sich erst einmal auf den täglichen Wegen zurechtgefunden hat, ist Radfahren die entspannteste Möglichkeit, um von A nach B zu kommen. Noch komfortabler wird es mit dem richtigen Luftdruck auf den Reifen und ein paar Tropfen Öl auf der Kette. Aufpumpen kannst du dein Rad übrigens auch an einigen öffentlichen Stellen, zum Beispiel bei Drahtesel am Servatiiplatz oder bei Traix Cylces im Hansaviertel. Wenn mal was kaputt und Ende des Geldes ist: Schau mal bei der #Leezenküche vom ADFC oder im Gleis 22 vorbei, dort gibt es Selbsthilfe-Fahrradwerkstätten, bei denen du gegen Spende mit fachkundiger Unterstützung selbst an deinem Rad schrauben kannst.

2. Fahrbahn, Radweg, Gehweg – sei fair

Radwege müssen dann benutzt werden, wenn dies mit einem runden blauen Schild angewiesen und die Benutzung zumutbar ist. Ansonsten darfst du auch auf dem oft besseren Untergrund der Fahrbahn fahren. Leider hat Münster eigentlich überall, wo ein Radweg vorhanden ist, auch ein entsprechendes Schild aufgestellt – egal, wie kaputt oder schmal der Radweg ist. Der Gehweg ist immer tabu! Fahr’ dort nicht und sag’ dies auch anderen, die sich nicht daran halten. Die Stimmung in der Stadt ist angespannt, Radfahrende werden zu oft als Behinderung oder Rüpel wahrgenommen. Bestätige sie nicht und halt dich an die Regeln. Ist der Radweg nicht benutzbar, nimm’ immer die Fahrbahn. Der Gehweg gehört den Fußgängern.Auf der Fahrbahn darfst du auch fahren, wenn sich dir 15 Freunde anschließen. Ihr fahrt dann als Verband als ein Fahrzeug und müsst euch nicht an die kürzeren und unpraktischeren Ampelphasen für Radfahrer halten. Fahr’ in engen Straßen nicht zu weit am rechten Rand. Das Rechtsfahrgebot bedeutet nicht, dass dein Lenker 3 cm von parkenden Autos entfernt sein muss. Leider öffnen auch in Münster immer wieder unaufmerksame Auto-Insassen eine Tür – mindestens 1 m Abstand zu parkenden Autos musst du im eigenen Interesse einhalten. In engen Straßen dürfen Autos dich nicht legal überholen.

In Fahrradstraßen haben Radfahrende Vorrang. Du darfst mit deinen Freunden nebeneinander fahren und dir auch alleine so viel Platz nehmen wie du brauchst, der motorisierte Verkehr muss auf dich Rücksicht nehmen und im Zweifel warten. Selbstverständlich fährst du nie auf der falschen Seite in Gegenrichtung (solange es nicht explizit erlaubt ist) oder über rote Ampeln, du bist ja kein Idiot.

3. Fahrradkultur!

Dir ist sicher nicht erst jetzt aufgefallen: Das Rad gehört zum Stadtbild von Münster. Es gibt deshalb auch einiges an Fahrradkultur. Eine spannende Veranstaltung ist zum Beispiel die Critical Mass Münster. Dabei treffen sich eine Menge Radfahrer immer am letzten Freitag im Monat um 19 Uhr am Domplatz um gemeinsam eine gemütliche Runde durch die Stadt zu fahren. Von jung bis alt, von Fixie bis Faltrad, mit viel Musik und guter Stimmung läutet die CM einmal im Monat das Wochenende ein. Sehen wir uns beim nächsten mal?


Großeinkauf zur WG Party aber kein Auto? Macht nichts! Du kannst dir in Münster kostenlos ein Lastenrad ausleihen! “Lasse”, “Lotte”, “Lemmy” und “Mecky” sind vier von über 100 freien Lastenrädern in Deutschland, die von einem ehrenamtlichen Team allen Bürgerinnen und Bürgern als Gemeingut kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Einfach online registrieren, Termin buchen und losfahren. Und keine Angst, die Räder fahren sich leichter als es vielleicht aussieht. Like hier: Lasse – Dein Lastenrad für Münster.

In diesem Jahr hat zum zweiten Mal der PARKing Day Münster stattgefunden. Gemütlich an der Straße sitzen? Auf nem Sofa mit nem Bier? Kickern auf Rollrasen? Dann sei nächstes Jahr dabei!

4. Parken & Fahrradklau vermeiden

Fahrräder dürfen überall abgestellt werden, wo sie niemanden behindern. Solange du dein Rad also nicht in einem Hauseingang oder auf Rettungswegen abstellst und genug Platz lässt, dass man auch mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator durch kommt, kann dir keiner was sagen. Die meisten “Fahrräder abstellen verboten”-Schilder haben übrigens keine Rechtsgrundlage. Meist sind sie aber Symptom für Platznot, die auch dadurch entsteht, weil sich Münster nicht traut, Kfz-Parkraum in Platz für Fahrräder umzuwandeln. Wenn du Bock hast, kannst du aber deinen eigenen Beitrag leisten: Fahrräder dürfen tagsüber auch am rechten Fahrbahnrand abstellt werden (in der Dämmerung auch, aber da ist es etwas komplizierter). Ja, genau: da, wo sonst Autos parken. Viele Münsteraner haben ein Kneipenrad – ein billiges, altes Fahrrad, welches mal mehr, mal weniger verkehrssicher ist und abends auch draußen stehen bleiben kann. In Münster gibt es für den Bedarf viel zu wenig sichere Abstellmöglichkeiten – und so langsam, wie neuer Fahrrad-Parkraum geschaffen wird, wird es für dich noch bei der Masterarbeit nicht besser aussehen. Sorry, wir arbeiten dran! Wenn möglich, schließ’ dein Fahrrad also irgendwo an und stelle es an einem beleuchteten und gut einsehbaren Platz ab. Hol’ dir das Schloss, was du dir leisten kannst, aber stell’ dein Rad möglichst nie einfach nur ab – Münster ist die Stadt mit den meisten geklauten Fahrrädern in Deutschland. Falls dir dein Rad doch mal abhanden kommen sollte, oder du ein scheinbar besitzloses Rad findest, schau in der Gruppe Stolen Bikes Münster vorbei und hilf mit, verlorene Räder wiederzufinden.

5. Unfälle vermeiden

Die schwersten Unfälle passieren mit unaufmerksamen Autofahrenden. Also: Pass’ auf dich auf! Rechne nicht damit, dass jemand dich schon sehen wird, wenn es um deine Gesundheit geht. Sei’ aber auch nicht zu zögerlich und trete selbstbewusst auf. Wenn du Unsicherheit ausstrahlst, dann begibst du dich selbst noch mehr in Gefahr. Handzeichen helfen anderen Verkehrsteilnehmern zu erkennen, wo du hin willst. Du musst den Arm nicht während des gesamten Abbiegevorgangs herausstrecken, aber wer dich beobachtet sollte verstehen können, was du als nächstes machst. Pro-Tipp: Wenn du im Pulk fährst und bremst, hebe deine Hand als Signal, dass du anhalten wirst. Die beste Unfallversicherung sind offene Augen und Ohren. Fahr deshalb aufmerksam und vorausschauend. Wenn du Musik hörst, mach’ diese nicht zu laut. Kopfhörer in beiden Ohren sind erlaubt, solange du trotzdem noch den Verkehr wahrnehmen kannst. Wenn es regnet, fahr’ mit einer Kapuze, die nicht zur Scheuklappe wird. Wenn du Alkohol trinkst, fahr’ besonders vorsichtig – wer nicht mehr geradeaus laufen kann, gehört im eigenen Interesse auch nicht auf ein Rad. Du oder jemand, den du kennst, wird sich sonst fies verletzen – das ist leider jedesmal mit Beginn der Vorlesungszeit auf’s neue so.

6. Engagier dich!

In Münster fahren offensichtlich viele Menschen Fahrrad. Deshalb nennt sich die Stadt selbst “Fahrradstadt”. Dir ist aber bestimmt aufgefallen, dass Radwege häufig schmal, nicht von Laub befreit oder kaputt sind. Oft ist es eng, weil die Nachfrage das Angebot übersteigt, Ampelschaltungen sind so, dass niemand versteht, warum und wieso Radfahrer ausgebremst werden. Jeder von uns erlebt auch beinahe täglich gefährliche Situationen. Wenn du der Meinung bist, dass es noch besser geht, komm doch gerne mal bei einem unserer nächsten Treffen vorbei und hilf mit, dass wir Münster noch besser machen! Infos dazu gibt’s hier auf der Homepage. Wir freuen uns auf gute Ideen!

Wir hoffen, dir mit diesen Tipps den Einstieg in die Fahrradstadt Münster etwas erleichtern zu können und wünschen allzeit gute Fahrt und einen guten Start ins Studium! Was es sonst noch so alles rund ums Rad in Münster gibt, findest du auch auf unserer Homepage unter Rad in MS

#Fahrradstadt #damitMünstersichdreht#ms4l

Eine Antwort auf „6 Tipps für Fahrrad-Erstis“

  1. 7. Lass Dir das Radfahren nicht gefährlich reden

    Wer meint, Radverkehr sei eine Art Risikosportart, die man nur mit besonderer Schutzkleidung auf speziell ausgewiesenen Verkehrsflächen ausüben sollte, irrt oder erzählt wissentlich die Unwahrheit.
    Es ist nicht gefährlicher als jede andere Art der Verkehrsteilnahme – dafür gesünder, schneller und schöner.
    Zu Semesterbeginn „Wahnwesten“ an Radfahrende zu verteilen, ist Ausdruck eines gewissen Desinteresses gegenüber Maßnahmen, die Radfahren tatsächlich schneller, sicherer und komfortabler machen könnten.

    Damit zurück zu Tip #6.

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