Eine Million gute Gründe für bessere Fahrrad-Infrastruktur

Die Zählstation für Radfahrende an der Hammer Straße hat heute die Marke von einer Million Radfahrenden in diesem Jahr durchbrochen*. Aktivisten der Interessengemeinschaft Fahrradstadt Münster haben dies zum Anlass genommen, den Radfahrenden mit motivierenden Sprechchören und Plakaten dafür zu danken, dass sie mit diesem wunderbaren Verkehrsmittel unterwegs sind.

Der eine-millionsten Radfahrerin gratulierte die IG Fahrradstadt mit emissionsfreier Schokolade von der Schokofahrt und einem Gutschein für Reparaturen oder Zubehör bei dem lokalen Fachgeschäft Traix. Sie kommentierte die Situation an der Hammer Straße wie folgt: „Geht so“.

Gleichzeitig kritisiert die Interessengemeinschaft Fahrradstadt Münster deutlich, dass die Infrastruktur auch an der Hammer Straße nicht dem Verkehrsaufkommen von Radfahrenden entspricht. „Die Radwege an der Hammer Straße sind zu schmal, unübersichtlich und haben eine völlig veraltete Oberfläche“, so Konstantin Kubina von der IG Fahrradstadt. „Nicht nur mit einem Lastenrad oder Anhänger ist das Überholen oder gar nebeneinander fahren gefährlich“, so Kubina weiter.

Joachim Bick von der Interessengemeinschaft Fahrradstadt Münster ergänzt: „Zählstellen sind eine charmante Variante, Radfahrenden Wertschätzung entgegenzubringen. Wenn sie aber umgeben sind von einer autozentrierten Infrastruktur, bei der Radfahrende an den Rand gedrängt werden, muss man von einer Mogelpackung sprechen. Wer sich in Münster auskennt, meidet lange Wege auf Straßen wie der Hammer Straße. Niemand fährt gerne durch den Ludgeri-Kreisel. Dass dennoch so viele Menschen diese Route wählen, zeigt die stille Leidensfähigkeit der Münsteranerinnen und Münsteraner und muss als deutliches Signal verstanden werden, dass sich hier endlich etwas tun muss.“

Die Interessengemeinschaft Fahrradstadt Münster fordert für die Hammer Straße:

  • Verbreiterung der Radwege auf 2,50 Meter zulasten des Parkstreifens auf einer Seite der Fahrbahn
  • Durchgängige Verwendung von Asphalt als Untergrund für die Radwege
  • Sanfte Übergänge oder Anhebung des Niveaus des Radstreifens an Kreuzungen und Einmündungen, verknüpft mit vergleichbaren Maßnahmen für Fußgängerinnen und Fußgänger
  • Tempo 30 ganztags
  • Umbau des Ludgeri-Kreisels zugunsten einer Beschleunigung und Verbesserung der Sicherheit von Radfahrenden

*EDIT: Um Missverständnisse auszuschließen: Das Display der Zählstelle zeigt nur die stadteinwärts fahrenden Räder an. Die Zahl der durchschnittlichen Radfahrenden pro Tag bezieht sich aber auf beide Richtungen. In Summe dürften also inzwischen mehr als 2 Millionen unterwegs gewesen sein. Wir haben allerdings die Grenze der 1 Mio auf der Anzeige zum Anlass genommen, auf die Situation hinzuweisen.

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