PARK(ing) DAY statt Blechlawine am Schlossplatz

Ein sonniger Tag in Münster. Menschen entspannen sich auf Teppichen, die auf der für den PARK(ing) Day 2025 umgestalteten Geiststraße ausgelegt sind. Im Hintergrund ist die gesperrte Fahrbahn mit Bäumen und einem leeren Plakat zu sehen.

Am Freitag, den 18. September, findet am Schlossplatz zwischen Überwasserstraße und Universitätsstraße der diesjährige PARK(ing) DAY statt. Der globale Aktionstag soll zeigen, welches Potenzial darin steckt, bislang von Autos dominierte öffentliche Flächen anders zu nutzen.

PARK(ing) DAY: vielfältiger Einsatz für eine gerechtere Gesellschaft

In Münster kommen dazu nun im achten Jahr in Folge etwa 60 Initiativen zusammen und verwandeln eine laute Straße für einen Tag in einen lebendigen Begegnungsort. „Münster hat eine starke Zivilgesellschaft, die sich in vielfältigen Bereichen ehrenamtlich für eine gerechtere Gesellschaft einsetzt: Antifaschismus, Klimagerechtigkeit, migrantische Selbstorganisation, queere Rechte, Inklusion, Naturschutz, Verkehrswende, Tierbefreiung, bezahlbares und gemeinschaftliches Wohnen und vieles mehr. Beim PARK(ing) DAY kommen alle zusammen“, sagt Eva Kintrup aus dem Organisationsteam des PARK(ing) DAY.

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„Klimameile“ beim NRW-Tag mit Autowerbung

Blick über die gut besuchte „Klima- und Mobilitätsmeile“ beim NRW-Tag in Münster mit weißen Veranstaltungszelten, Bäumen und Menschen im Gespräch, im Vordergrund Personen mit pinken Warnwesten.

Für den NRW-Tag hatte sich die Stadt Münster herausgeputzt. Wir waren auf der Klima- und Mobilitätsmeile zu Gast und hatten viel Freude und auch einiges an Ärger.

Uns ging es vor allem darum, Menschen für unsere Themen zu sensibilisieren. Wir hatten unseren ausführlichen Artikel darüber, dass die Mobilitätswende möglich ist, zuvor aktualisiert und haben dementsprechend mit großem Banner genau dafür geworben. Am wichtigsten für uns war es, mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen, ob über all die Vorteile, die Fahrräder haben, oder über unser Dosenwerfen „Befreie den Radweg/Gehweg“. Natürlich haben wir auch um Unterstützung für das Bürgerbegehren „Kreisel statt Ampel“ sowie für unsere Kampagne „Verkehrswende jetzt!“ geworben.

Für Irritationen nicht nur bei uns, sondern auch bei vielen Besucherinnen und Besuchern, sorgte, dass mitten auf der Klimameile ein Autohaus Werbung machen durfte. Zwar handelte es sich ausschließlich um E-Autos, aber auf einer Klimameile hätte dieser Stand unseres Erachtens nichts zu suchen gehabt:

  • Unter den ausgestellten Fahrzeugen war kein einziger Kleinwagen
  • Das Autohaus selbst verkauft und bewirbt auf der eigenen Website Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren
  • Grundsätzlich ist das Kaufen von Autos klimaschädlicher als die geteilte Nutzung – und die Nutzung größerer Autos klimaschädlicher als die von kleineren
  • Das Verteilen von Wegwerf-Werbeartikeln per Glücksrad symbolisiert Verhaltensweisen, die überwunden und nicht befördert werden müssen
  • Ausgerechnet Grünflächen, eine Bushaltestelle und Radwege wurden innerhalb der „Klimameile“ mit den ausgestellten Fahrzeugen beparkt

Mehr als eine kritische Kommentierung blieb uns da nicht. Die Frage ist aber dennoch, wie ernst es eigentlich die Stadt Münster mit dem Klimaschutz meint, wenn sie ausgerechnet ein Geschäftsmodell, was für die größte Krise der Menschheit massiv mitverantwortlich ist, normalisiert. Der öffentliche Raum braucht weniger Autowerbung, nicht mehr.

Eine vollständige Umstellung der heutigen fossilen Übermotorisierung auf E-Übermotorisierung ist nicht klimagerecht möglich, ganz davon abgesehen, dass die Antriebstechnologie nicht das einzige Problem von Autos ist. Bestätigt wurde unsere Kritik zu E-Autos auch kurz nach dem NRW-Tag wieder durch eine Studie der TU München: E-Autos haben im Schnitt nur 41% geringere Emissionen als Verbrenner. Ohne eine massive Reduktion der Fahrzeugflotte verbunden mit einer Abrüstung in Größe und Gewicht der Fahrzeuge verbrennen wir unsere Zukunft.

Das unschlagbare Duo: Warum Pull- und Push-Maßnahmen Hand in Hand gehen müssen für eine echte Mobilitätswende in Münster

Wir alle wünschen uns eine lebenswerte Stadt mit weniger Stau, sauberer Luft und mehr Platz für Grün und Begegnung. Die Mobilitätswende ist dafür der Schlüssel – aber sie gelingt nicht im Alleingang. Oft wird über „Pull“-Maßnahmen gesprochen: bessere Radwege, attraktiver ÖPNV, Carsharing-Angebote. Alles wichtig! Aber was passiert, wenn die Nutzung des eigenen Autos weiterhin so bequem und günstig bleibt?

Genau hier kommen die „Push“-Maßnahmen ins Spiel. Sie machen die Nutzung des Autos in bestimmten Situationen weniger attraktiv – sei es durch Parkraumbewirtschaftung, die Reduzierung von Fahrspuren oder die Erhöhung von Parkgebühren. Klingt erstmal ungemütlich? Ist es aber nicht, wenn Pull- und Push-Maßnahmen clever kombiniert werden!

In unserem neuen Blogbeitrag erklären wir, warum diese beiden Seiten einer Medaille sind und wie eine durchdachte Kombination aus beidem Münster auf dem Weg zur Fahrradstadt wirklich voranbringen kann. Wir schauen uns Beispiele an, diskutieren Vor- und Nachteile und laden euch ein, mit uns über die besten Strategien für unsere Stadt zu diskutieren!

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Stellungnahme des Verkehrswende-Bündnis Münster zum aktuellen Stand des integrierten Parkraumkonzepts

Schilder Parkleitsystems der Stadt Münster

Das Verkehrswende-Bündnis ist ein Zusammenschluss von 14 Organisationen aus Münster, die gemeinsam die Verkehrswende in Münster vorantreiben wollen.

Beteiligte Organisationen: Greenpeace Münster, Fahrgastverband PRO BAHN Münsterland, Kidical Mass Münster, Interessengemeinschaft Fahrradstadt.ms, VCD Münsterland, Bürgerinitiative B51 Handorf, BUNDjugend Münster, Klimaentscheid Münster, 24 Stunden Promenade, Platanen Power, Fridays For Future Münster, FUSS e.V. Gruppe Münster, ADFC Münsterland und BUND Kreisgruppe Münster.

Wir befinden uns mitten in der Klimakrise und haben eine Ambitionslücke in der lokalen und nationalen Verkehrspolitik. Ungefähr ein Jahr nach Veröffentlichung des integrierten Parkraumkonzepts der Stadt Münster und der von uns vorgetragenen Kritik blicken wir besorgt auf den Umsetzungsstand. Die beteiligten Organisationen fordern eine Anpassung der Prioritäten und eine zügigere Umsetzung – auch und besonders der wenigen geplanten Push-Maßnahmen.

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