Für den NRW-Tag hatte sich die Stadt Münster herausgeputzt. Wir waren auf der Klima- und Mobilitätsmeile zu Gast und hatten viel Freude und auch einiges an Ärger.


Uns ging es vor allem darum, Menschen für unsere Themen zu sensibilisieren. Wir hatten unseren ausführlichen Artikel darüber, dass die Mobilitätswende möglich ist, zuvor aktualisiert und haben dementsprechend mit großem Banner genau dafür geworben. Am wichtigsten für uns war es, mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen, ob über all die Vorteile, die Fahrräder haben, oder über unser Dosenwerfen „Befreie den Radweg/Gehweg“. Natürlich haben wir auch um Unterstützung für das Bürgerbegehren „Kreisel statt Ampel“ sowie für unsere Kampagne „Verkehrswende jetzt!“ geworben.





Für Irritationen nicht nur bei uns, sondern auch bei vielen Besucherinnen und Besuchern, sorgte, dass mitten auf der Klimameile ein Autohaus Werbung machen durfte. Zwar handelte es sich ausschließlich um E-Autos, aber auf einer Klimameile hätte dieser Stand unseres Erachtens nichts zu suchen gehabt:
- Unter den ausgestellten Fahrzeugen war kein einziger Kleinwagen
- Das Autohaus selbst verkauft und bewirbt auf der eigenen Website Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren
- Grundsätzlich ist das Kaufen von Autos klimaschädlicher als die geteilte Nutzung – und die Nutzung größerer Autos klimaschädlicher als die von kleineren
- Das Verteilen von Wegwerf-Werbeartikeln per Glücksrad symbolisiert Verhaltensweisen, die überwunden und nicht befördert werden müssen
- Ausgerechnet Grünflächen, eine Bushaltestelle und Radwege wurden innerhalb der „Klimameile“ mit den ausgestellten Fahrzeugen beparkt
Mehr als eine kritische Kommentierung blieb uns da nicht. Die Frage ist aber dennoch, wie ernst es eigentlich die Stadt Münster mit dem Klimaschutz meint, wenn sie ausgerechnet ein Geschäftsmodell, was für die größte Krise der Menschheit massiv mitverantwortlich ist, normalisiert. Der öffentliche Raum braucht weniger Autowerbung, nicht mehr.




Eine vollständige Umstellung der heutigen fossilen Übermotorisierung auf E-Übermotorisierung ist nicht klimagerecht möglich, ganz davon abgesehen, dass die Antriebstechnologie nicht das einzige Problem von Autos ist. Bestätigt wurde unsere Kritik zu E-Autos auch kurz nach dem NRW-Tag wieder durch eine Studie der TU München: E-Autos haben im Schnitt nur 41% geringere Emissionen als Verbrenner. Ohne eine massive Reduktion der Fahrzeugflotte verbunden mit einer Abrüstung in Größe und Gewicht der Fahrzeuge verbrennen wir unsere Zukunft.



